Gruppentherapie

in Wiesbaden

Gruppentherapie ist ein anerkanntes psychotherapeutisches Behandlungsformat und kann bei vielen psychischen Beschwerden eine sinnvolle Ergänzung zur Einzeltherapie oder ein zentraler Bestandteil der Behandlung sein.

In der Wendepunktpraxis findet Gruppentherapie in kleinen, therapeutisch begleiteten Gruppen statt. Viele Patientinnen und Patienten sind vor der ersten Gruppensitzung unsicher oder fragen sich, ob dieses Format zu ihnen passt. Diese Bedenken sind verständlich. In der Gruppentherapie geht es nicht darum, vor anderen etwas leisten zu müssen. Vielmehr entsteht ein geschützter Rahmen, in dem Menschen mit ähnlichen Belastungen gemeinsam an Veränderung arbeiten können. Viele erleben es als entlastend zu merken: Ich bin mit meinen Schwierigkeiten nicht allein.

Was passiert in einer Gruppentherapie?

In der Gruppe werden psychische Belastungen verständlich erklärt, persönliche Muster erkannt und neue Strategien für den Alltag entwickelt. Je nach Thema kann es zum Beispiel um Depression, Ängste, soziale Unsicherheit, Stress, Zwänge, Schlafprobleme, ADHS, Trauma oder Selbstwertthemen gehen. Die Gruppe bietet etwas, was Einzeltherapie allein oft nicht in gleicher Weise leisten kann: direkte Erfahrung im Kontakt mit anderen Menschen. Patientinnen und Patienten können Rückmeldung bekommen, neue Verhaltensweisen ausprobieren, sich austauschen und erleben, wie andere mit ähnlichen Problemen umgehen.

Häufige Fragen zur Gruppentherapie

Muss ich vor anderen über alles sprechen?

Nein. Niemand muss in der Gruppe mehr erzählen, als er oder sie möchte. Sie entscheiden selbst, was Sie teilen. Es ist völlig in Ordnung, sich zunächst zurückhaltend einzubringen und erst mit der Zeit mehr Sicherheit zu gewinnen.

Ist das nicht unangenehm oder peinlich?

Am Anfang kann Gruppentherapie ungewohnt sein. Viele Menschen haben Sorge, bewertet zu werden oder sich zu öffnen. Genau diese Befürchtung kennen viele andere Teilnehmende ebenfalls. Niemand wird bloßgestellt oder gedrängt.

Was ist mit Schweigepflicht?

Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt vertraulich. Die behandelnde Therapeutin oder der behandelnde Therapeut unterliegt der Schweigepflicht. Auch die Teilnehmenden verpflichten sich, Inhalte aus der Gruppe nicht nach außen weiterzugeben.

Ersetzt die Gruppe die Einzeltherapie?

In unserem MVZ wird Gruppentherapie in der Regel nicht als Ersatz, sondern als sinnvoller Bestandteil einer Kombinationsbehandlung verstanden. Einzel- und Gruppentherapie können sich gegenseitig ergänzen.

Für wen ist Gruppentherapie geeignet?

Ob eine Gruppe im Einzelfall sinnvoll ist, wird vorab gemeinsam besprochen. Dabei achten wir darauf, dass das Gruppenangebot zur persönlichen Situation, zum Anliegen und zum Behandlungsziel passt.

Inhaltliche Gruppenangebote

Alle Gruppen folgen einem wissenschaftlich fundierten, manualisierten Behandlungskonzept. Die Manuale geben Struktur, Themen und therapeutische Methoden vor. Gleichzeitig werden die Inhalte individuell angepasst, damit sie zur jeweiligen Gruppe, zum Störungsbild und zu den persönlichen Therapiezielen der Patientinnen und Patienten passen.

Gruppe mit Schwerpunkt Selbstsicherheit, soziale Angst und Selbstwert

Diese Gruppe richtet sich an Menschen mit Unsicherheit im Kontakt mit anderen, Angst vor Bewertung, Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse zu äußern, und geringem Selbstwertgefühl. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen zu entwickeln und sich weniger durch Angst, Scham oder Selbstkritik einschränken zu lassen.

Gruppe mit Schwerpunkt Depression, Trauer und Burnout-Symptomatik

Diese Gruppe richtet sich an Menschen mit depressiven Beschwerden, Erschöpfung, Rückzug, Interessenverlust, innerer Leere, anhaltender Überforderung oder belastenden Verlust- und Trauerprozessen. Im Mittelpunkt stehen Struktur, Aktivität, Selbstfürsorge, Ressourcen und der Umgang mit belastenden Gedanken.

Gruppe mit Schwerpunkt Emotionsregulation und Stressmanagement

Diese Gruppe richtet sich an Menschen, die unter starker innerer Anspannung, Stress, impulsiven Reaktionen, Überforderung, Grübeln oder intensiven Gefühlen leiden. Ziel ist es, Gefühle besser zu verstehen, früher zu erkennen und hilfreicher mit ihnen umzugehen.

Gruppe zur Behandlung von Zwängen

Diese Gruppe richtet sich an Menschen mit Zwangsgedanken, Kontrollzwängen, Waschzwängen, Ordnungszwängen, gedanklichen Ritualen oder wiederkehrender quälender Unsicherheit. Ein zentraler Bestandteil ist die Vorbereitung und Durchführung von Expositionsübungen mit Reaktionsmanagement.

Gruppe zur Behandlung von Ängsten und Panik

Diese Gruppe richtet sich an Menschen mit Panikattacken, Angst vor körperlichen Symptomen, Vermeidung bestimmter Situationen, Agoraphobie oder generalisierter Angst. Ziel ist es, Angstreaktionen besser zu verstehen, Sicherheitsverhalten abzubauen und gefürchtete Situationen schrittweise wieder aufzusuchen.

Gruppe mit Schwerpunkt ADHS bei Erwachsenen

Diese Gruppe richtet sich an Erwachsene mit ADHS oder ADHS-ähnlichen Schwierigkeiten in den

Bereichen:

Aufmerksamkeit, Organisation, Zeitmanagement, Aufschieben, innere Unruhe, Impulsivität und Emotionsregulation.

Traumagruppe

Die Traumagruppe richtet sich an Menschen mit belastenden traumatischen Erfahrungen, die unter Anspannung, Wiedererleben, Vermeidung, Scham, Schuldgefühlen, emotionaler Überflutung oder Schwierigkeiten in Beziehungen leiden. Im Vordergrund stehen zunächst Stabilisierung, Sicherheit und der Aufbau von Fähigkeiten im Umgang mit belastenden inneren Zuständen.

Essstörungsgruppe

Diese Gruppe richtet sich an Menschen mit problematischem Essverhalten, starker Beschäftigung mit Gewicht, Figur oder Körperbild, Essanfällen, restriktivem Essen, kompensatorischem Verhalten oder hohem Leidensdruck im Zusammenhang mit Essen und Körper. Voraussetzung ist eine vorherige diagnostische Einschätzung.

Themenoffene Gruppe

Die themenoffene Gruppe bietet Raum für unterschiedliche psychische Belastungen und aktuelle Therapieanliegen. Typische Themen sind Umgang mit schwierigen Situationen, Rückfallprophylaxe, Selbstfürsorge, Kommunikation, Grenzen, Aktivitätsaufbau, Emotionsregulation und der Transfer therapeutischer Erkenntnisse in den Alltag.