ADHS im Erwachsenen-alter

Diagnostik und Psychotherapie in Wiesbaden

ADHS kann auch im Erwachsenenalter bestehen und wird dort häufig lange nicht erkannt. Viele Betroffene haben über Jahre gelernt, ihre Schwierigkeiten zu kompensieren, erleben aber dennoch immer wieder, dass Alltag, Beruf, Studium oder Beziehungen mehr Kraft kosten als bei anderen.

Typisch sind Schwierigkeiten mit Konzentration, Aufmerksamkeit, Organisation, Zeitmanagement und Prioritätensetzung.

Aufgaben werden begonnen, aber nicht abgeschlossen, Termine geraten unter Druck, wichtige Dinge werden aufgeschoben oder der Alltag fühlt sich schnell unübersichtlich an. Manche Betroffene erleben zusätzlich innere Unruhe, Impulsivität, Stimmungsschwankungen oder eine starke emotionale Reaktionsbereitschaft.
ADHS bedeutet nicht einfach, „unaufmerksam“ oder „unkonzentriert“ zu sein. Häufig besteht ein Ungleichgewicht zwischen Phasen hoher Leistungsfähigkeit und Phasen, in denen selbst einfache Aufgaben kaum zu bewältigen scheinen. Viele Erwachsene mit ADHS erleben dadurch Selbstzweifel, Erschöpfung oder das Gefühl, dauerhaft hinter den eigenen Möglichkeiten zurückzubleiben.

Auch Beziehungen und berufliche Situationen können belastet sein. Missverständnisse, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten mit Struktur oder impulsive Reaktionen werden von außen manchmal falsch interpretiert. Gleichzeitig bringen viele Betroffene besondere Stärken mit, zum Beispiel Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, schnelle Auffassungsgabe oder eine hohe Energie für Themen, die sie wirklich interessieren.

Vor Beginn einer Behandlung ist eine ausführliche Diagnostik wichtig. Dabei wird sorgfältig geprüft, ob tatsächlich eine ADHS vorliegt, welche Symptome bestehen, seit wann sie auftreten und ob andere psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme oder Erschöpfung eine Rolle spielen.
Eine reine ADHS-Diagnostik können wir derzeit nur Privatpatientinnen und Privatpatienten sowie Selbstzahlerinnen und Selbstzahlern anbieten.
In der Behandlung geht es darum, individuelle ADHS-Muster besser zu verstehen und alltagstaugliche Strategien zu entwickeln. Dazu gehören der Umgang mit Aufschieben, Reizüberflutung und innerer Unruhe, der Aufbau hilfreicher Strukturen, eine bessere Emotionsregulation und ein realistischerer Umgang mit den eigenen Anforderungen.